Dorfschaft Glis

GW-VS-Glis

Glis (von lateinisch ecclesia ‚Kirche‘) ist eine ehemals selbständige politische Gemeinde des Bezirks Brig im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz. Das Dorf ist seit 1973 Teil der Stadtgemeinde Brig-Glis, umfasst auch Holz und Gamsen.
Erste Siedlungsspuren auf dem Gebiet von Glis datieren aus der Bronze- und Eisenzeit. Im Mittelalter war Glis zusammen mit Holz und Gamsen Drittel des Gumpers Brig im gleichnamigen Zehnden.

 

Im Jahre 1230 wird Glis erstmals als "Glisa" erwähnt. 1290 trennten sich die Orte Glis, Holz und Gamsen von der Urgemeinde Naters und bildeten drei selbstständige Gemeinden. Damit verbunden war die Entstehung der Burgerschaften Glis und Gamsen. Die Burgerschaft Gamsen gab mit der Zeit ihre Selbstständigkeit auf und fusionierte 1690 mit jener von Glis. Im Jahre 1719 gab sich die Burgerschaft Glis eigene Burgersatzungen. Auf der Karte von Sebastian Münster finden wir Glis im Jahre 1545.

Kirchlich gehörte Glis bis 1642 zur Pfarrei Naters, führte aber schon seit dem 12.-13. Jh. ein Eigenleben. Die Kirche "Unserer Lieben Frau auf dem Glisacker" ist seit dem 14. Jh. Wallfahrtszentrum der Oberwalliser. Die heutige Pfarrkirche, die Elemente der Spätgotik mit Formen der Renaissance verbindet, verdankt ihr Aussehen einerseits dem Prismeller Meister Ulrich Ruffiner. Dieser verstarb zwischen 1549 und 1556, als er bei der Ausführung von Bauarbeiten vom Gliser Kirchturm stürzte. Andererseits verliehen die ebenfalls aus dem Prismell stammenden und im Dienste Stockalpers stehenden  Baumeister Peter und Christian Bodmer dem sakralen Bau ein nachhaltiges Gepräge, indem sie um die Mitte des 17. Jahrhunderts Ruffiners Pläne von 1519 vollendeten.

Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Bewohner hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich Glis und Gamsen von Dörfern zu Wohnsiedlungen einer hauptsächlich in Brig und in Visp Erwerbstätlgkeiten nachgehenden Bevölkerung. ln die Fusion von 1973 brachten die kleinen Partner wertvolle Baulandreserven, mit der 1894 in Gamsen gegründeten Sprengstofffabrik Sociéte Suisse des Explosifs ein lndustrieunternehmen sowie mit dem Brigerbad einen wichtigen Tourismusmagneten ein. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich der ehemalige Gliser und Gamsner Grund mit der Niederlassung zahlreicher Unternehmen zur Industrie- und Gewerbezone entwickelt

 

Dorfschaft Holz

Holzji - Holz wurde 1246 als «Nemus» (lat. Hain) erstmals genannt und 1327 eine Abgabe «decima apud Holz» (Holzverarbeitung?) erwähnt. Bekannt sind Einkünfte des Domkapitels. Der Zusammenschluss mit den selbständigen Gemeinwesen Gamsen und Glis erfolgte vor 1691, trotzdem schien Holz bis 1798  separat  Rechnung  geführt zu haben. 
In den letzten 50 Jahren hat der Grossraum Brig- Glis und seine dazugehörigen Siedlungsräume ein generelles Wachstum verzeichnet. Das Holzji  seinerseits ist ein gutes Beispiel dieser Entwicklung. Es hat sich von einem bäuerlichen Randgebiet zu einem familienfreundlichen Wohnquartier entwickelt.
Weitere Informationen zu Dorfschaft Holz finden Sie hier:  Dorfschaft Holz

 

Dorfschaft Gamsen

Wappen Gamsen

Gamsen - Urkundlich ist erstmals 1233 von ≪Gamosun≫, 1301 von ≪gamsun≫, 1354 von ≪gamsul≫ die Rede, was etymologisch die Nahe zu campus/Feld und auch Gams/Schafweide (seit dem 10. Jh.) aufzeigt 
Die 1988-99 durchgeführten Ausgrabungen belegen eine Reihe von dörflichen Siedlungen, die von der Bronzezeit (um 1400-1100 v.Chr.) bis ins 3. Jh. n.Chr. reicht. Vom 4. bis ins 11. Jh. kam es regelmässig zu Wiederbesiedlungen (Gräber, Gipsöfen).
Gamsen als Burgerschaft ist im Jahre 1290 entstanden und hat im Jahre 1690 mit Glis fusioniert. 1950 versuchte Gamsen wieder eine selbständige Gemeinde zu werden, was vom Grossen Rat jedoch abgelehnt wurde.
Seit einigen Jahren findet in Gamsen eine Wiederbelebung des Dorfkerns statt.
Weitere Informationen zur Dorfschaft Gamsen finden Sie hier: Dorfschaft Gamsen

 

Einwohnerentwicklung

Jahr  Einwohner Jahr  Einwohner Jahr  Einwohner Jahr  Einwohner Jahr  Einwohner
1585 450*                
1798   370** 1816 409** 1821 482** 1837 622** 1850 633**
1860 700** 1870 709** 1880 804** 1888 785**    
1900 1093** 1910 1195 1920 1261 1930 1401 1950 1879
1960 2466 1970 3389 2006 7267        

*   A. Stockalper - No 1328
** Recensement de Valais de L.Meyer p.78

 

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