Nr. 17 - 2011 - Ruhet in Frieden

von Stefan Loretan

Band 1 - Geschichte der frühen Friedhöfe auf dem Gebiet der alten Gemeinde Glis

Titelblatt-ruhet-in-Frieden-Band-1

«Requiem aeternam dona eis Domine» – «Requiescant in pace». Ewige Ruhe möge den Verstorbenen Gott schenken – Sie mögen ruhen in Frieden. Dies sind uralte Gebete für die Verstorbenen in der kirchlichen Liturgie. Ich denke, dass Herr Dr. Stefan Loretan in der vorliegenden Schrift weder die Ruhe noch den Frieden der Toten stört. Dies ist sicher nicht die Absicht seiner umfassenden Arbeit über die Begräbnisstätten und über den Gliser Friedhof im Besondern. Darum auch der Titel des diesjährigen Beitrags in den Schriften der Pro Historia, welcher sich über zwei Jahre erstreckt «Ruhet in Frieden!» Tote können nicht reden. Ihre Stimmen sind verstummt. Sie können weder etwas zu ihrem Tode oder etwas zu ihrer Person sagen. Sie sind wehrlos. Gerade das hat man in all den Jahren geachtet mit der Ehrfurcht vor den Verstorbenen. Etwa in die Worte gefasst: De mortuis nihil, nisi bene! Über die Toten soll man nur Gutes sprechen. Diese Ehrfurchtshaltung überträgt sich auch auf den Ort, wo die Toten ruhen, auf den Begräbnisort, den Friedhof. Bis heute werden Friedhöfe geschützt und die Schändung der Friedhöfe wird verfolgt und geahndet. Das mit Recht! Trotzdem: Tote reden. Sie sprechen mit deutlicher Sprache. Die Friedhöfe sind der Ort, wo Tote sprechen über sich und ihre Zeit, über ihren Glauben und ihr Leben, über Glück und Unglück in ihrem Leben, über ihre Familien, über Krankheit und Katastrophen, über Totenkult und Begräbnisliturgien und über ihre Bedeutung in diesem irdischen Leben. Grabsteine, Inschriften, Familiennamen, Jahrzahlen, Kreuze und Grabdenkmäler sind die Sprache der Toten. Und es ist äusserst interessant diese Sprache zum erklingen zu bringen, sie zu verstehen und zu deuten. Die vorliegende Arbeit von Dr. Stefan Loretan hat dies zum Ziel. Es ist eine aufwändige Arbeit, die viele Recherchen und Studien verlangte, um dem gesteckten Ziel gerecht zu werden. Mit sehr viel Zeitaufwand und Fleiss ist der Autor den Quellen nachgegangen und hat die Ergebnisse in seiner Schrift festgehalten. Das Ergebnis dieser Arbeit liegt vor und ist äusserst wertvoll in historischer Hinsicht aber auch für die Wertschätzung der Vorfahren und ihren Leistungen und ihrem Leben. Bei Betrachtung des Weltgeschehens und auch im privaten Lebensbereich habe ich den Eindruck, dass weder die Völker, noch die Einzelnen aus der Vergangeheit lernen und entsprechende Schlüsse für das jetzige Zusammenleben ziehen. So sind Kriege, Machtspiele, Streit und Hader nicht überwunden und prägen das heutige Leben. Der Blick auf die Friedhöfe macht uns gerade über all diese Themen nachdenklich. Die Arbeit von Dr. Stefan Loretan hilft einen solchen Blick auf die Friedhöfe zu tun. Dem Autor sei dafür gedankt. Ich gratuliere ihm herzlich zu seiner vortrefflichen und umfassenden Arbeit.

Alois Bregy, Pfarrer, Glis.

 

Schriftenreihe Pro Historia Glis, Publikation Nr. 17, 2011
Herausgeber: Pro Historia Glis
Gestaltung und Satz: s+z:gutzumdruck., Brig-Glis
Druck: Valmedia, Visp
ISBN 978-3-9523795-0-9
© Pro Historia Glis, 2011

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